Symptome für Online- und Computersucht

Kennzeichen für Online- und Computersucht ist zweifelsohne ein übermäßig langer ununterbrochener Aufenthalt im Netz. Die Betroffenen integrieren nicht das Internet in ihr Leben, sondern ihr Leben ins Internet. Sie leiden unter dem zwanghaften Drang, sich regelmäßig exzessiv mit dem Internet beschäftigen zu müssen.


Wenn die Mediennutzung so exzessiv betrieben wird, dass sie letztlich nicht mehr selbstbestimmt ist, sind die Auswirkungen und Begleiterscheinungen vergleichbar mit den Symptomen anderer Suchterkrankungen.


Online- und Computersüchtige vernachlässigen in der Regel ihre ursprünglichen Lebensgewohnheiten, um die Zeit im Internet zu verlängern. Im Extremfall kann die virtuelle Welt sogar zu einem vollständigen Ersatz für die sonst üblichen realen sozialen Kontakte werden. Freundschaftliche Beziehungen in der realen Welt schlafen ein. Zu beobachten ist außerdem, dass Betroffene die Befriedigung vitaler Bedürfnisse, wie Essen oder Schlafen, vernachlässigen. Wie bei stoffgebundenen Suchterkrankungen ist eine Toleranzbildung zu beobachten, die dazu führt, dass die Abhängigen immer mehr Zeit im Netz verbringen müssen, um Wohlbefinden und Befriedigung zu erreichen. Es kommt schließlich zum Kontrollverlust - der Nutzer kann die Zeit im Internet weder kontrollieren, noch beschränken.

Hinzu kommen suchttypische „Abwehrmechanismen“, wie sie ebenfalls von stoffgebundenen Suchterkrankungen bekannt sind. Internetabhängige verheimlichen ihre Sucht, wollen sie selbst nicht wahrhaben oder verleugnen sie anderen gegenüber. Auch Verharmlosung, Projektion (das eigene Problem wird anderen „übergestülpt“) und Rationalisierung (Geflunkerte Rechtfertigungen für das eigene Handeln) sind zu beobachten.


Ist der Computer defekt oder sind die Betroffenen aus anderen Gründen gehindert, ihn zu nutzen, kommt es zu Entzugserscheinungen, schlechter Laune, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen und Schweißausbrüchen.
Abhängige Schüler vernachlässigen häufig ihre Hausaufgaben, abhängige Erwachsene kommen zu spät und übermüdet zur Arbeit oder melden sich häufiger krank.

Für Angehörige oder auch Süchtige selbst ist es vor allem im Anfangsstadium oft schwer zu erkennen, ob es sich noch um eine Leidenschaft handelt, über die man die Kontrolle besitzt, oder ob bereits von einer Suchterkrankung auszugehen ist.  

Hier gelangen Sie zu einem kurzen Selbsttest, der Ihnen einen Hinweis darauf geben kann, ob Sie suchtgefährdet sind.

 
 

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